Affiliate Marketing Modelle

Als Affiliate gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, Traffic und damit potentielle Kunden an die Merchants weiterzuleiten. Verschiedenste Online Marketing Disziplinen können dabei genutzt oder auch kombiniert werden, um Nutzer in der Customer Journey abzuholen und zu vermitteln. Andersherum können die Unternehmen mit dem Aufsetzen eines Partnerprogramms gleichzeitig unterschiedliche Disziplinen bedienen, was den Marketing Kanal sehr interessant macht. Doch welche Geschäftsmodelle gibt es überhaupt im Affiliate Marketing und wo liegen die Chancen für Affiliates, vor allem für Einsteiger?

Themenwebsites

Dieses Modell ist die klassische Form im Affiliate Marketing. Sie setzen sich hier mit einem bestimmten Themengebiet oder auch „nur“ mit einer bestimmten Kategorie eines Themas (Nische) auseinander. Entsprechende Inhalte werden dabei auf einer Website an potentielle Kunden kommuniziert. Wichtig ist hier, dass nicht nur die bloße Weiterleitung an den Advertiser im Vordergrund steht, sondern ein Mehrwert geboten wird. Das können Tests, Vergleiche und ausführliche Produktvorstellungen sein. Sie müssen ein Experte im jeweiligen Gebiet werden, so dass Sie Ihr Fachwissen an Ihre Besucher kompetent vermitteln können. Sie liefern Ihren Besuchern einen Grund, warum gerade dieses Produkt oder dieser Shop von Vorteil ist. Eine intensive Recherchearbeit ist hier vonnöten, damit Probleme und Fragestellungen erkannt werden, um letztendlich eine Lösung anzubieten.

Preisvergleiche

Schauen wer der günstigste Anbieter ist und dann kaufen, das machen Nutzer gerne. Als Affiliate vergleichen Sie mehrere Anbieter miteinander und zeigen ihren Besuchern wo sie das gesuchte Produkt am günstigsten kaufen können. Zu diesem Zweck müssen Sie natürlich mehrere Partnerprogramme bewerben können. Ein Preisvergleich ist relativ einfach erstellt, z.B. mit Affiliate Softwarelösungen, oder auch ganzen WordPress Themes. Die Verlockung ist groß einen Preisvergleich auf die Beine zu stellen, doch der Markt an Preisvergleichen ist mehr als überschaubar, so dass Sie als reiner Preisvergleich-Affiliate Schwierigkeiten hätten, konkurrenzfähig zu sein. Haupt-Traffic-Quelle wäre die Suchmaschine und sich hier gegen die Big Player zu behaupten, kann in völliger Verzweiflung enden. Als zusätzlichen Mehrwert zu einer Content Website, spricht jedoch nichts gegen einen Preisvergleich. Zu Problemlösungen oder Fragestellungen stellen Sie ein Produkt vor und können Ihren Besuchern dann natürlich noch aufzeigen bei welchen Anbietern, die Sie bewerben, das Produkt am günstigsten erhalten. Das schafft zusätzlichen Mehrwert und freut Ihre Besucher.

Cashback

Bei Cashback Systemen fließt bei einer erfolgreichen Vermittlung, ein Großteil der Provision zurück zum Mitglied der Cashback-Plattform. Wieviel Prozent das sind, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Cashback-Systeme haben natürlich ein hervorragendes Verkaufsargument, um Mitglieder zu akquirieren, denn sparen möchte jeder gerne. Anbieter von solchen Systemen gibt es auch hier schon reichlich und der programmiertechnische Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Fehler dürfen hier nicht passieren, denn sollten Cashbacks nicht da ankommen, wo sie auch gerechtfertigt sind, kann das natürlich zu einem immensen Image Verlust führen. Dieses ganze Prozedere muss also genauestens überwacht werden, um einordnen zu können von wem die Provision generiert wurde.

Gutschein

Die guten alten Gutscheine. Wer im Netz etwas kaufen möchte, hat mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal nach einem Gutschein für den jeweiligen Anbieter gesucht. Das hat sich natürlich rumgesprochen und Gutscheinportale gibt es daher wie Sand am Meer. Vor allem auch weil sich Gutscheinportale mit relativ wenig Aufwand automatisieren lassen, ist der Gedanke schnell impliziert und das nächste Portal auf dem Weg ins Netz in der Hoffnung mit relativ geringem Aufwand ordentlich Geld zu verdienen. Doch die Realität ist dann meistens eher ernüchternd und das Projekt versinkt in der Masse an Angeboten. Hier muss man wenn überhaupt spezifischer denken und nur für eine ganz bestimmte Zielgruppe ein Angebot entwickeln.

E-Mail

Als E-Mail Affiliate greifen Sie auf eine große Anzahl an E-Mail Adressen zurück. Die Mailings werden dann zielgruppengenau ausgesteuert und mit dem richtigen Partnerprogramm gespickt. E-Mail Kampagnen die zu breit gestreut sind und wahllos versendet werden, werden im Sande verlaufen und nur wenig Erfolg mit sich bringen.

Adressbestände müssen natürlich erst einmal eingeholt werden, bevor es an die Versendung geht. So genannte Lead Magneten können hier sehr hilfreich sein. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie bereits auf dem Markt sind und beispielsweise mit kostenlosen Ratgebern an die benötigten E-Mail Adressen kommen. Zu beachten ist dabei dann auch, dass die Empfänger mit dem Empfang von Werbemails einverstanden sind, so dass Sie rechtlich auf der sicheren Seite sind. Des weiteren muss ein großer Adressbestand gepflegt und dokumentiert werden und den Erfolg einer Kampagne möchte man natürlich auch überprüfen können. Hier helfen unterschiedlichste Software Lösungen, die Ihnen das Versenden, dokumentieren, sowie die anschließende Erfolgsanalyse vereinfachen.

SEA

Search Engine Advertising (Suchmaschinenwerbung) beschreibt die gezielte Schaltung von Werbeanzeigen in Suchmaschinen wie z.B. Google (AdWords). Sie als SEA-Affiliate schalten also Anzeigen zu bestimmten Keywords und verlinken von dort aus entweder direkt zum Merchant oder leiten die Nutzer zunächst noch auf Ihre eigene Landingpage. Dieses Modell ist sehr verlockend, denn eine Kampagnenstruktur ist schnell erstellt. Hier sind allerdings einige Dinge zu beachten, die bei Nichtbeachtung den Schuss nach hinten losgehen lassen können. Zunächst einmal benötigen Sie das richtige Thema und einen passenden Merchant, der das schalten von Werbeanzeigen erlaubt. Nicht jedes Unternehmen ist damit einverstanden, dass Sie als Partner Werbeanzeigen schalten. Die Teilnahmebedingungen sind hier also genauestens zu beachten. Des Weiteren müssen Sie sich immer vor Augen halten, dass Sie pro Klick auf Ihre Werbeanzeige zahlen. Das birgt einiges an Problemen, denn Sie müssen einen Gewinn erwirtschaften, der sich aus der Differenz von Klickpreisen (CPC) zu Einnahmen aus Provisionen zusammensetzt. Die Klicks auf Ihre Anzeigen zahlen Sie in jedem Fall, doch ob diese dann auch konvertieren, können Sie nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen, aber nicht zu 100% voraussagen. Dieses Modell muss genau geplant und im weiteren Verlauf richtig justiert werden. Voraussetzung sollte es demnach sein, SEA zu verstehen und wichtige Kennzahlen in Entscheidungen miteinbeziehen zu können, um nicht in die Kostenfalle zu treten.

Social Media

Social Media Netzwerke, wie beispielsweise Facebook können auf unterschiedlichste Weise für Ihr Affiliate Projekt genutzt werden. Zum einen lässt sich über die eigene Community der Traffic der eigenen Affiliate Website steigern und zum anderen können natürlich auch Angebote, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, direkt zum Merchant weiterleiten. Eine Kombination ist ebenfalls möglich. Mit ansprechenden und relevanten Inhalten lässt sich die Zielgruppe begeistern und eine Community aufbauen. Dabei ist Regelmäßigkeit und eine gewisse Emotionalität gefragt für einen nachhaltigen Aufbau von Fans und Followern.

Auch ist es möglich, ähnlich wie bei SEA, Werbeanzeigen zu schalten, die entweder direkt zum Merchant weiterleiten oder auf Ihre eigene Landing Page. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Sie sich hier im Display Advertising befinden und zu einem viel früheren Punkt im Kaufprozess die Zielgruppe ansprechen, als es beispielsweise bei SEA der Fall ist. Das bedeutet, dass Sie die Zielgruppe schon sehr genau festlegen müssen. Ebenso müssen die Provisionen die Klickpreise übersteigen, wenn als ausschließliches Ziel der sofortige Gewinn anvisiert wurde. Display Advertising lässt sich jedoch auch als Investition betrachten, indem der Traffic auf die eigene Affiliate Website fokussiert wird. Sie machen Ihr Projekt so bekannter, ernten allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt den Erfolg.

You Tube

Affiliate Marketing kann auch sehr gut im Zusammenspiel mit Videos auf You Tube funktionieren. Für den durchschlagenden Erfolg benötigen Sie allerdings eine gewisse Reichweite. Wenn Sie einen Kanal ganz neu aufsetzen, muss zunächst einmal überlegt werden, welches Thema überhaupt genügend Potential besitzt, um angefasst zu werden. Das Angebot auf You Tube ist bereits groß und viele Themen werden einfach schon behandelt. Ist das gewünschte Thema bereits auf You Tube vertreten, lässt sich überlegen, was vielleicht verbessert werden könnte oder es gibt eine Unterkategorie die noch nicht ausreichend behandelt wird. Wichtig ist natürlich auch immer, dass es passende Partnerprogramme gibt, die sie nutzen können. Die Recherchearbeit ist auch hier wieder vonnöten, um Problemen bei der Erreichung Ihrer Ziele aus dem Weg zu gehen. Die eigentliche Arbeit, sich Reichweite zu verschaffen kommt erst danach. Sie müssen Ihre Zielgruppe begeistern und das regelmäßig. Ausdauer bewährt sich hier. Mit einem Google Account und einer Kamera kann es dann schon losgehen.

Werbenetzwerke

Im Affiliate Marketing treten Werbenetzwerke als Schnittstelle zwischen Affiliates und Merchants auf und sind dabei aus Sicht des Merchants auch ein Affiliate. Werbenetzwerke melden sich selbst bei den Partnerprogrammen an und stellen diese dann ihren Affiliates zur Verfügung. Der Vorteil für Affiliates liegt hier darin, dass sie mit der einmaligen Anmeldung auf eine große Anzahl von Partnerprogrammen zurückgreifen können, ohne sich bei dem jeweiligen Merchant nochmals zu bewerben. Allerdings behält das Werbenetzwerk einen Teil der Provision. In der Regel werden zwischen 20-30% einbehalten. Sinn macht ein Werbenetzwerk vor allem für diejenigen, die sich nicht großartig mit dem Thema Affiliate Marketing auseinandersetzen möchten, jedoch ihre Plattform monetarisieren wollen. Nützliche Tools werden zudem zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, Affiliate-Links einfach und schnell zu integrieren.

Retargeting

Das Retargeting setzt allgemein dort an, wo Kaufabbrüche stattfinden. Verlässt ein Nutzer beispielsweise den Online-Shop ohne etwas gekauft zu haben, kann dieser im Nachhinein nochmals mit Werbemitteln zielgerichtet angesprochen werden. Dabei kommt primär das Display Advertising zum Einsatz, mit Hilfe dessen die Nutzer „zurückgeholt“ werden sollen. Als Affiliate muss man den Merchants hier nicht nur eine sauber funktionierende Lösung anbieten, die es ermöglicht, die Nutzer nach dem Kaufprozess wieder anzusprechen, auch müssen die Werbeplätze im Voraus eingekauft werden, auf denen die Ausspielung dann stattfindet. Das bedeutet, dass auch hier wieder die Provisionen die Ausgaben übersteigen müssen, um Gewinn zu erwirtschaften.

Speziellere Formen des Retargetings sind InShop-Lösungen. Diese werden auch von Affiliates angeboten und haben denselben Zweck wie die klassische Form des Retargetings. Zu nennen sind hier das E-Mail-Retargeting oder auch das Re-Engagement. Beim E-Mail-Retargeting wird dem potentiellen Kunden, welcher bereits seine E-Mail Adresse hinterlassen hat, nach dem Kaufabbruch, nochmals eine Mail gesendet mit beispielsweise Rabatten zu seinem Warenkorb. Diese Bestellabbrecher Mails, wie sie auch genannt werden, sind datenschutzrechtlich sehr umstritten, denn wir erinnern uns, dass der Empfänger damit einverstanden sein muss. Der Hinweis soll an dieser Stelle ausreichen und nicht weiter vertieft werden.

Das Re-Engagement greift ebenfalls, wenn der Nutzer beispielsweise seinen gefüllten Warenkorb verlassen möchte. In diesem Zug wird dem Nutzer dann ein Overlay angezeigt, der ihm den Kauf nochmals schmackhaft machen soll mit Hilfe eines Gutscheins oder ähnlichem.

Alles in allem muss beim Retargeting eine hochentwickelte Technologie zur Verfügung gestellt werden, die einen sauberen Ablauf ermöglicht. Auch sind datenschutzrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, die bei Nichteinhaltung teuer werden können. Außerdem befindet man sich um Gewinn zu erwirtschaften teilweise im klassischen Arbitrage Modell, was die ganze Sache noch zusätzlich erschwert. Die Frage ob diese Modell für Einsteiger geeignet ist, lässt sich dadurch verneinen.

Fazit

Es gibt die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle im Affiliate Marketing und keines davon ist schlecht oder uninteressant. Sicherlich gibt es auch noch weitere Modelle oder Erweiterungen eines vorhandenen Modells und/oder die Kombination aus mehreren. Das schöne ist einfach, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Da aber die unterschiedlichen Modelle teilweise sehr komplex sind und eine gewisse Erfahrung mitgebracht werden muss, um ein Projekt erfolgreich zu starten und im Anschluss auch zu kontrollieren, ist es vor allem für Einsteiger ratsam sich zunächst auf die Modelle zu konzentrieren, die in dieser Hinsicht überschaubar sind. Das heißt jedoch keinesfalls, dass diese Projekte als klein anzusehen sind und keinen Gewinn abwerfen können. Vielmehr geht es Anfangs um das technische Verständnis und die anfänglichen Investitionen. Themenwebsites, Social Media, hier You Tube mit inbegriffen, sind die Geschäftsmodelle, die vor allem für Einsteiger sehr gut geeignet sind.

Sie möchten sich im Affiliate Marketing eine selbstständige Basis aufbauen oder sind Unternehmer und möchten das Affiliate Marketing für sich nutzen? Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei Ihren Maßnahmen oder bei der Erstellung einer Affiliate-Website.
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2018-03-15T13:26:18+00:00

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