Förderprogramme für Gründer und Unternehmer

Für Existenzgründer, aber auch für bereits Selbstständige Unternehmer bietet das Land NRW zahlreiche sehr interessante Förderprogramme und Zuschüsse, die nicht nur die Gründung erleichtern, sondern im weiteren Verlauf auch ermöglichen, betriebliche Probleme mit professioneller Unterstützung zu lösen. Außerdem können mit den zahlreichen Programmen auch betriebliche Investitionen gefördert werden, so dass sich ein Blick auf die einzelnen Programme für Sie durchaus lohnen kann.

Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist speziell für diejenigen gedacht, die sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen möchten.
Existenzgründern wird damit der Einstieg in die Selbständigkeit vereinfacht und eine soziale Grundsicherung wird hergestellt.

Vor Beginn der Selbständigkeit muss dieser beim zuständigen Arbeitsamt / Arge genehmigt werden.

Förderungsvoraussetzungen sind folgende:

  1. Anspruch auf ALG I
  2. Mindestens 150 Tage Restanspruch
  3. Gründung einer Vollexistenz

Unterlagen die bei Antragstellung benötigt werden:

  1. Gründungskonzept inklusive Lebenslauf
  2. Finanzkalkulation
  3. Antrag auf Gewährung eines Gründungszuschusses
  4. (Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag –selbständige Tätigkeit-)
  5. Stellungnahme einer fachkundigen Stelle

Höhe und Dauer des Förderungszuschusses:

  1. Förderhöhe Phase 1 = 6 Monate ALG I plus 300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung
  2. Förderhöhe Phase 2 = weitere 9 Monate 300 Euro zur sozialen Absicherung (hierfür muss erneut Antrag gestellt werden)

Einstiegsgeld

Das Einstiegsgeld richtet sich ebenfalls an diejenigen, die sich aus der Arbeitslosigkeit eine selbstständige Basis aufbauen möchten, allerdings keinen Anspruch auf ALG I, jedoch auf ALG II (Arbeitslosengeld II) haben.

Auf der Grundlage des SGB II (Sozialgesetzbuch II) unterstützen Jobcenter und Sozialagenturen Existenzgründer mit dem Einstiegsgeld, um die Startphase der Gründung erfolgreich zu meistern.

Die Bezugsdauer beläuft sich in der Regel auf 12 Monate, aber nur  bis zu max. 24 Monate. Bei erfolgreichem Verlauf der Selbständigkeit erlischt der Anspruch.

Voraussetzungen für die Förderung:

Für die Bewilligung von Einstiegsgeld als Zuschuss zum ALG II bei Existenzgründung müssen die persönlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Existenzgründung erfüllt sein.

Voraussetzung für eine Antragsstellung sind:

  1. Aufnahme einer Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die nur gering bezahlt wird und mindestens 15 Stunden wöchentlich umfasst oder
  2. Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit mit hauptberuflichen Charakter

Über die Höhe des Einstiegsgeld, entscheidet der persönliche Sachbearbeiter/in, allerdings nicht willkürlich, sondern auf Grundlage der monatlichen Regelleistungen. Ergänzend dazu kann die Dauer der Arbeitslosigkeit, die Größe des Haushaltes oder besondere persönliche Umstände berücksichtigt werden. Weiterhin wird überprüft, ob die angestrebte Tätigkeit einer beruflichen Eingliederung dient.

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)

Ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein wird von Arbeitsämtern ausgestellt und kann unterschiedliche Ziele verfolgen. In Bezug auf eine Existenzgründung lässt sich damit beispielsweise eine Unternehmensberatung in Anspruch nehmen.

Der Rechtsanspruch auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein wird im § 45 Abs. 7 SGB III geregelt:

  • Um den Gutschein zu erhalten, muss Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Anspruch aktiv ist, oder ein ruhender Anspruch besteht.
  • Die sogenannte Rahmenfrist besagt, dass der Antragssteller in den drei Monaten vor der Beantragung eines AVGS mindestens 6 Wochen arbeitslos gewesen sein muss.
  • Wer einen AVGS in Anspruch nehmen will, darf noch nicht für einen neuen Job vermittelt sein.

Ausstellung des AVGS:

  • Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein kann in NRW beim zuständigen Arbeitsamt oder Jobcenter beantragt werden. Bei Menschen ohne Leistungsbezug ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit und Arbeitssuchendmeldung (ein Rechtsanspruch besteht nicht).
  • Auch wer ALG II anspruchsberechtigt ist, ist von der Kostenübernahmen durch einen AVGS nicht ausgeschlossen. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch.
  • Bei Ablehnung des AVGS durch den zuständigen Fallmanager (Arbeitsvermittler), muss eine schriftliche Ablehnungsbegründung ausgestellt werden.

Zirkelberatung (BPW)

Ebenfalls sehr interessant für Existenzgründer ist das Beratungsprogramm Wirtschaft NRW (BPW) im Rahmen einer Zirkelberatung. Das Land NRW und die EU fördern bei diesem Programm die Inanspruchnahme von Unternehmensberatern, wodurch die Gründung erleichtert wird. Hierbei werden 50 % der Beratungskosten übernommen, bis maximal 400 Euro je Tagewerk. Für ALG II Bezieher, Hochschulabsolventen und Berufsrückkehrer (mit vergleichbarer ALG II Einkommenslage) gibt es auch noch günstigere Konditionen.

Das Beratungsprogramm Wirtschaft NRW unterstützt Existenzgründerinnen und –Gründer mit der Zirkelberatung, bei der Konkretisierung ihrer Geschäftsidee und bietet Hilfestellungen bei den weiteren Schritten der Gründung an. Das Land Nordrhein-Westfalen und die EU übernehmen einen Teil der Beratungskosten.

Für ALG I oder II Bezieher, Hochschulabsolventen und Berufsrückkehrer (mit vergleichbarer ALG II Einkommenslage) können 90 % der Kosten, bis maximal 720 Euro übernommen werden.

Meistergründungsprämie

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Existenzgründungen im Handwerk mit der Meistergründungsprämie NRW. Die Förderung erfolgt seit dem 01.01.2016 auf der Basis der Richtlinien über die Gewährung von arbeitsplatzschaffenden Existenzgründungshilfen für Handwerksmeister/-innen. Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des Nordrhein-Westfälischen Handwerks e.V. (LGH) ist Bewilligungsbehörde, die die Zuwendung in eigenem Namen und in der Handlungsform des öffentlichen Rechts für das Land bewilligt und auszahlt.

Es gelten dabei die folgenden Förderbedingungen:

  1. Gefördert werden Existenzgründungen, Firmenübernahmen und mehrheitliche Beteiligungen in NRW durch Handwerksmeister/-innen.
  2. Die Förderhöhe beträgt als Zuschuss 7.500 € in Form einer Projektförderung.
  3. Der Zuschuss wird nur für erstmalige Gründung einer nachhaltigen Existenz gewährt.
  4. Die Antragstellung muss vor der Existenzgründung / Übernahme / Beteiligung bei der zuständigen Handwerkskammer erfolgen.
  5. Im Rahmen der Existenzgründung / Übernahme / Beteiligung müssen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden.

Förderung unternehmerischen Know-Hows

Das neue Förderprogramm mit dem Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows“ kombiniert die bisherigen Programme „Förderung unternehmerischen Know-Hows durch Unternehmensberatung“, „Gründercoaching Deutschland“, „Turn-Around-Beratung“ und „Runder Tisch“. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Maßnahme wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union mitfinanziert. Allgemeine Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung sind hier inbegriffen, aber auch spezielle Beratungen sind möglich.

Das Förderprogramm richtet sich an:

  1. Junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  2. Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmern)
  3. Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Förderhöhe:
Die Höhe des Zuschusses orientiert sich an den maximal förderfähigen Beratungskosten (Bemessungsgrundlage) sowie dem Standort des Unternehmens.

Nähere Infos dazu finden Sie unter folgendem Link:

HÖHE DES BERATUNGSZUSCHUSSES für das Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-Hows“.

Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP) des Landes NRW

Das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm fördert aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Tourismusgewerbes sowie nicht-investive Maßnahmen.
Es sollen Anreize geschaffen werden für die Schaffung und Sicherung von Dauerarbeits- und Ausbildungsplätzen in den besonders strukturschwachen Regionen des Landes (sog. C- und D- Fördergebiete). Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Einkommensstruktur und die Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Antragsberechtigt sind gewerbliche Unternehmen, wenn sie betriebliche Investitionen vornehmen und die zu fördernde Betriebsstätte in einem Fördergebiet des Landes Nordrhein-Westfalen liegt.

In verschiedenen Wirtschaftsbereichen ist die Förderung ausgeschlossen bzw. eingeschränkt.

Gefördert werden Investitionsvorhaben, durch die Dauerarbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert werden, sowie Maßnahmen von KMUs zur Schulung und zur Markteinführung innovativer Produkte:

    1. Errichtung einer neuen Betriebsstätte, ausgenommen reine Betriebsverlagerungen,
    2. Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte,
    3. Erstmaliger Erwerb bzw. erstmalige Errichtung einer Betriebsstätte innerhalb von 60 Monaten nach Gründung,
    4. Übernahme einer von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte,
    5. Diversifizierung der Produktion einer Betriebsstätte in vorher dort nicht hergestellte Produkte und grundlegende Änderung des gesamten Produktionsprozesses einer bestehenden Betriebsstätte,
    6. Maßnahmen im Bereich Schulung in gewerblichen KMU, wenn diese Maßnahme für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bzw. für seine weitere Entwicklung von besonderer Bedeutung ist,
    7. Maßnahmen zur Markteinführung neuer innovativer Produkte durch KMU in der Gründungsphase, die maßgeblich vom Unternehmen selbst entwickelt worden sind.

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

unternehmensWert:Mensch

Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF), richtet sich das Programm „unternehmensWert:Mensch“ an KMUs, die betriebliche Prozesse optimieren wollen. Unter Beteiligung der Beschäftigten werden mit professioneller Unterstützung durch erfahrene Berater mitarbeiterorientierte und zukunftsfähige Konzepte entwickelt, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

Durch das Programm können sich Unternehmen die Kosten einer professionellen Beratung bis zu 80% bezuschussen lassen. Die Förderhöhe hängt hierbei von der Unternehmensgröße ab und kann maximal 8.000 Euro betragen. Gefördert werden bis zu 10 Tage Beratung, bei täglichen Beratungskosten von bis zu 1.000 Euro.

Förderkriterien in NRW:

  • Firmensitz und Arbeitsstätte in Nordrhein-Westfalen
  • bis zu 2 Mio. Euro Jahresumsatz (oder Jahresbilanzsumme)
  • weniger als 10 Beschäftigte
  • mindestens eine/n sozialversicherungspflichtig/e Beschäftigte/n in Vollzeit
  • mind. zweijähriges Bestehen des Unternehmens

Handlungsfelder sind folgende:

  • Personalführung,
  • Chancengleichheit & Diversity,
  • Gesundheit
  • Wissen und Kompetenz

Ablauf der Beantragung:

  • Kostenlose Erstberatung: Die Erstberatung erhalten Interessierte in einer offiziellen regionalen Beratungsstelle. Dort wird der Beratungsbedarf in den vier personalpolitischen Handlungsfeldern abgeklärt. Sind alle Förderkriterien erfüllt, erhalten Interessierte den Beratungsscheck.
  • Prozessberatung: Mit dem Beratungsscheck kann die individuelle Prozessberatung bei einem Unternehmensberater in Anspruch genommen werden.
  • Ergebnisgespräch: Sechs Monate nach Abschluss der Prozessberatung werden die Ergebnisse mit der Erstberatungsstelle besprochen, um den Erfolg der Prozessberatung für das Unternehmen langfristig zu sichern.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch“

Bitte berücksichtigen Sie, dass sich die aufgeführten Programme und Zuschüsse ausschließlich auf das Land NRW beziehen. In anderen Bundesländern kann es ähnlich aussehen, soll aber in diesem Artikel nicht behandelt werden. Ebenfalls bitten wir Sie zu berücksichtigen, dass auch noch weitere Förderprogramme existieren können, die hier nicht aufgeführt sind und der Artikel natürlich keine vollständige Beratung Ihrer individuellen Situation widerspiegelt.

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2018-04-09T09:07:32+00:00

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